02.02.2026
Geotechnische Untersuchungen: der Rahmenscherversuch
In unserem Labor in Witten führen wir eine breite Palette boden- und felsmechanischer Versuche durch: von A wie Atterberg bis Z wie Zugprüfungen an Felsproben. Zu unseren Standards gehört dabei auch die Durchführung von Scherversuchen nach DIN EN ISO 17892-10. Hier können wir uns auf nunmehr 13 Schergeräte unterschiedlicher Generationen verlassen. Von einem – bereits lange nicht mehr in Benutzung befindlichen – handbetriebenen Schergerät von 1965 bis hin zu modernen Geräten, die die erforderlichen Spannungen elektromechanisch erzeugen und somit ein Auflegen von teils schweren Gewichtsscheiben obsolet machen. Das schont nicht nur den Rücken unserer Mitarbeitenden, es gibt uns darüber hinaus die Möglichkeit zur platzsparenden Anordnung.
Was machen wir da überhaupt?
Die zu untersuchende Probe wird in einen horizontal geteilten Rahmen eingebaut und mit einer vertikalen Kraft belastet. Während der obere Teil des Rahmens starr bleibt, bewegt sich der untere Teil bis zu 0,001 mm/min langsam – das kann Tage lang dauern. Dabei wird aufgezeichnet wie sich der Boden verformt und welche Spannungen mit dem erzwungenen Abscheren entstehen. Mit den daraus resultierenden Werten ‚Reibungswinkel‘ und ‚Kohäsion‘ lassen sich dann weitere Berechnungen, z.B. für Gleitsicherheitsnachweise und Böschungsstabilität, durchführen.